Vereinschronik

1959 Etwa ab 1959 war die Praxis der Krankengymnastin Ruth Bannasch mit Bobathausbildung in London, Anlaufstelle für Cerebralparethiker. Zur Behandlung ihrer Kinder trafen sich die Eltern bei Ruth Bannasch, besprachen ihre Probleme und tauschten Erfahrungen untereinander aus. Die Patienten wurden von den Ärzten aus Hanau, Seligenstadt, Hainstadt, Friedberg und Gelnhausen überwiesen. Die Kinderärztin Dr. Stein-Baudisch erstellte Gutachten, die mit den Privatrechnungen von Ruth Bannasch bei den Krankenkassen eingereicht werden konnten. Anfangs wurde nur teilGründunweise zurückerstattet, erst später waren es 75 %.

In den 60iger Jahren verlegt Dr. Stein-Baudisch ihre Praxis in den Taunus und begann dort als erste in Hessen mit dem therapeutischen Reiten, noch Pfarrer Tietze aus Niedermoos im Vogelsberg. Als sich der Kreis betroffener erweiterte und die Belange der Körperbehinderten von der Lebenshilfe Hanau nicht abgedeckt werden konnten entstand die Idee einer eigenen Vereinsbildung.

1970 Gründungsversammlung: Am 24.04.1970 trafen sich 32 Eltern von körper- und mehrfachbehinderten Kindern und gründeten den "Verein zur Förderung und Betreuung spastisch gelähmter und anderer Körperbehinderter, Hanau Stadt und Land", kurz "Spastikerverein" genannt.
Bereits bis Ende des Jahres hatte sich die Mitgliederzahl auf 82 Personen erweitert.

1971 Im Februar verkaufte Ruth Bannasch ihre Praxis und arbeitete mit Zulassung der Ersatzkassen als Angestellte des Spastikervereins im Haus der Evangelischen Johannesgemeinde. Als sich der Patientenstamm auf bis zu 40 erhöht hattte, wurde Barbara Merlau als weitere Krankengymnastin eingestellt. Da auch die Bedürfnisse der körperbehinderten Vorschulkinder von der Lebenshilfe nicht adäquat berücksichtigt werden konnten, wurde vom Verein ein eigener Kindergarten geplant. Im Sommer des gleichen Jahres kam Dieter Wittig vom LWV Kassel, um die vorhergesehenen Räume in der Kastanienallee 80 in HU-Kesselstadt zu begutachten. Bereits im Oktober konnte der Kindergarten mit 15 Plätzen in 2 Gruppen sowie 3 Therapieräumen eröffnet werden. Es wurden Sozialpädagogin Marlies Ansel als Leiterin, Josephine Meyer als Krankenschwester, Brigitte Sinsel als Erzieherin, Brigitte Schmidt als Kinderpflegerin, Mike Krummlauf als ZDL und Hiltrud Horn, betroffene Mutter, eingestellt. Für stundenweise Beratung stand der Psychologe Bernd Schwarzweller zur Verfügung. Bei Putzarbeiten in der Küche halfen die Mütter aus.

1972 Klaus Wimmer, erster Vorsitzender des Spastikervereins, Landrat Woytal, Herr Eyerkaufer, Herr Kress, Herr Rückers und Referent H. Lenz einigten sich mit der Stadt Hanau über den Neubau einer Sonderkindertagesstätte mit angegliedertem Behandlungszentrum in Maintal-Dörnigheim. Dieser Beschluss des Kreisausschusses des Landkreises Hanau sah vor, dass das Grundstück von der Stadt Maintal im Erbbaurecht zur Verfügung gestellt wird und der Landkreis Hanau Bauträger ist. Als solcher übernahm er auch die Finanzierung. Nach Fertigstellung bekam der Spastikerverein das Nutzungsrecht und die Auflage, die Folge- und Bewirtschaftsungskosten zu tragen. Zur Beratung der Eltern und Mitarbeiter wird stundenweise ein Psychologe verpflichtet.

1973 Dr. Wokittel, Chef der Kinderabteilung im Stadtkrankenhaus Hanau, war Initiator des Ärztebeirats. Zu diesem Team, das einmal im Monat zusammen traf, gehörten die Kinderärzte der Stadt Hanau und Maintal. Der erste Zivildienstleistende beginnt seinen Dienst in der Einrichtung.
Die nächste Schule für cerebralparentische Kinder war zu dieser Zeit die Steul-Schule in Frankfurt, die aber nur Kinder aus ihrem Einzugsgebiet aufnahm.

1974 Der Verein stellt den Antrag zur Einrichtung eines geeigneten Klassenraums für cerebralparethischer Kinder. Die Stadt Hanau sichert als Schulträger für das Schuljahr 1974/1975 einen Klassenraum an der Wilhelm-Geibel-Schule Hanau zu. Ungefähr 7 Kinder wurden unterrichtet. 2 Mütter waren Aushilfskräfte.

1975 Gemeinsam mit der Lebenshilfe Hanau wird im Rathaus eine Austellung über Behindertenarbeit im Raum Hanau gezeigt. Vorgestellt werden Erzeugnisse aus der Werkstatt für Behinderte in Großauheim sowie Therapiematerial der Kindertagesstätte und der Behandlungsstätte.

1976 Der Verein erklärt seinen Beitritt zum Behinderten-Werk Main-Kinzig e.V.. Der Jugendclub wird ins Leben gerufen.

1977 Zur Einweihung der Sonderkindertagesstätte und des Behandlungszentrums am 17.03. in Dörnigheim wurden auch die bisherige Kindertagesstätte des Spastikervereins mit 15 Plätzen eingegliedert. Im Dezember sind 42 Plätze in der Kindertagesstätte belegt. In der Ambulanz werden wöchentlich zwischen 200 und 220 Kinder therapiert. So entstand für den Stadt- und Landkreis Hanau eine zentrale Einrichtung ges BWMK, erste Leiterin war Marlies Ansel.
Es war zunächst keine leichte Aufgabe, das große Spektrum der verschiedenen Behinderungen den adäquaten heilpädagogischen Angeboten und Therapien zuzuordnen. Zur Übernahme von Patenschaften für die einzelnen Einrichtungen gab es festgelegte Zuständigkeiten der regionalen Elternvereine. So war für die neue Einrichtung in Dörnigheim der Spastikerverein zuständig, während die Lebenshilfe Hanau die Patenschaft für die WfbM in Groß-Auheim übernahm. Die Besonderheit der neuen Einrichtung in Dörnigheim war, dass die ständig wachsende Nachfrage von Therapiemöglichkeiten in den unterschiedlichsten Disziplinen hier unter einem Dach abgedeckt werden konnten. Somit war es möglich, jedes Kind individuell zu behandeln.

1978 Der Verein feiert das erste große Sommerfest in Maintal-Dörnigheim. Der Jugendclub unternimmt eine Rheinfahrt.

1979 Mit dem Bau der Gymnastikhalle wird begonnen.

1980 Der Verein ist 10 Jahre jung.

1981 Durch die Sparpolitik der öffentlichen Hand treten ernsthafte Schwierigkeiten im ambulanten Bereich auf. Die Regelung für Heilbehandlungen der gesetzlichen Krankenkassen decken durch kostendämpfende Maßnahmen in der Krankenversicherung die Kosten der Therapien nicht ab.

1982 Die Frühförderstelle Hanau beginnt ihre Arbeit. Eine Heilpädagogin arbeitet eng mit dem Behandlungszentrum zusammen.

1983 Der Verein finanziert eine therapeutische Spiellandschaft im Garten der Tagesstätte.

1984 Der Main-Kinzig-Kreis bewilligt eine finanzielle Unterstützung zur Abdeckung des Defizits der Behandlungszentren.

1985 Der Verein finanziert die dringend benötigte Suipervision für die Mitarbeiter des Tagesstätte.

1986 In der Tagesstätte wird eine integrative Gruppe eröffnet. Nichtbehinderte Kinder aus Maintal werden in die integrative Gruppe aufgenommen. Eine finanzielle Krise durchzieht den Verein.

1987 Die Mitgliederversammlung wählt einen neuen Vorstand, der seine Arbeit in den ersten Monaten seiner Amtszeit ausschließlich auf die Kläung und Regelung der finanziellen Verpflichtungen des Vereins konzentriert.

1988 Der vom Vorstand beim Behinderten-Werk beantragte Familienentlastender Dienst nimmt seine Arbeit auf.

1989 Die ehemalige Krankengymnastin und Mitgründerin des Vereins, Frau Ruth Bannasch, erhält die "Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland". Die Existenz des Vereins ist gesichert, die finanziellen Schwierigkeiten sind ausgeräumt.

1990 Der Verein feiert sein 20-jähriges Jubiläum.

1991 Mangels Helfer stellt der Jugend- und Freizeitclub seine Aktivitäten ein. Die Defizite der Behandlungszentren veranlassen den Vorstand des Behinderten-Werks drastische Sparmaßnahmen festzulegen, u.a. sollen die Bewegungsbäder geschlossen werden. Eine vom Verein eingeleitete Unterschriftenaktion zum Erhalt der Behandlungsstätte findet große Resonanz.

1992 Der Fortbestand der Ambulanz ist Hauptthema. Der Verein erklärt sich, wie auch die übrigen Mitgliedsvereine des Behinderten-Werks und der Main-Kinzig-Kreis bereit, zur Defizitabdeckung einen Zuschuss zu gewähren.

1993 Weitere kostendämpfende Maßnahmen im sozialen Bereich gefährden den Fortbestand der Ambulanz. Eltern und Betroffene gehen wegen der drohenden Schließung der Behandlungszentren in einer von zahlreichen Teilnehmern besuchten Demonstration an die Öffentlichkeit. Mitglieder des Vereins gründen eine Interessengemeinschaft, die sich zusammen mit dem Elternbeirat der Kindertagesstätte an die verschiedenen Verhandlungspartner und politische Instanzen wendet, um eine kostendeckende Behandlung zu erreichen. Die Mitgliederversammlung wählt einen neuen Vorstand. Der Verein erhält den neuen Namen "Verein für Köfper- und Mehrfachbehinderte Main-Kinzig e.V.".

1994 Dank einer großen Spendenbereitschaft zugunsten der Behandlungszentren hebt der Vorstand des Behinderten-Werks den Schließungsbeschluss auf. Die Vorstandsarbeit des Vereins konzentriert sich vor allem auf den Fortbestand der Therapiemöglichkeiten für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

1995 Am 06. Mai feiert der Verein sein 25-jähriges Jubiläum. Ab Juli kommt wöchentlich eine freiberufliche BT in die Kindertagesstätte Maintal um zusätzliche Ergotherapien anbieten zu können. Im monatlichen Rhythmus kommt die Logopädin Frau Löw ab August in die Kindertagesstätte Maintal.

1998 Erste Umwandlung von einer Heilpädagogischen Gruppe in eine zweite integrative Gruppe. Umbau und Ausbau zur Schaffung einer dritten integrativen Gruppe. Wegen der geänderten Rahmenbedingungen verlässt der Psychologe Herr Schwarzweller das Behinderten-Werk Main-Kinzig.

1999 Es folgt die zweite Umwandlung in eine 3. integrative Gruppe. Eine Rahmenvereinbarung Integrationsplätze entsteht: Kinder mit Behinderung sollen Wohnortsnah integriert werden. Im Mai wird eine Akademische Feier zum 25-jährigen Jubiläum des Behinderten-Werks Main-Kinzig gefeiert. Im Juni beendet Frau Löw, die Therapeutin für Sprach- und Essstörungen ihre Arbeit in der Einrichtung.

2000 Im Januar verlässt Frau Eitelmann-Graeff die IKT. Im April übernimmt Frau Fischer die Leitung in der Einrichtung. Es gibt eine neue Heilmittelvereinbarung. Abschluss mit hessischen Krankenkassen in der Liga der Freien Wohlfahrtspflege bringt tiefgreifende Einschnitte mit sich. Nur noch Kinder bis 6 Jahre dürfen therapiert und abgerechnet werden. Alle anderen Patienten müssen auf freie Praxen verwiesen werden.

2001 Ab diesem Jahr gibt es vier integrative Gruppen in der IKT Maintal. Dem Behandlungszentrum droht die Schließung. Seit dem Sommer gibt es 60 Kinder in 4 integrativen Gruppen (je 15 Kinder, davon 10 nicht behindert und 5 mit Behinderung)

2002 Im Februar werden die Schwimmbäder Maintal und Altenhaßlau aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Ab März fungíert das Behandlungszentrum als freie Praxis für Ergo- und Physiotherapie unter der Trägerschaft des BWMK (somit liegen Behandlungen nicht mehr der Heilmittelverordnung zugrunde und Menschen mit Behinderung können wieder ohne Alterseinschränkung behandelt werden). Im April hat die Integrative Kindertagesstätte ihr 25-jähriges Jubiläum.

2004 Schließung des Behandlungszentrums. Nur Frau Margit Schubert bleibt in der IKT.

2005 Im April wird der Kaufvertrag für das Grundstück der IKT Maintal zwischen dem BWMK e.V. und der Stadt Maintal protolliert. Am 16. April war großer Ausflugstag des Vereins mit dem Ziel: Kinderakademie in Fula "Vom Ei zum Küken", Sonderausstellung "Das begehbare Herz". Sommerfest mit Dachziegel-Aktion: Verkauf von Dachziegeln aus Pappe und Bier-Hannes Bier zur Dachsanierung. Meike Wittekind eröffnet eine Praxis für Ergotherapie in der IKT Maintal. Elterntreffen - Gründung eines Gesprächskreises für Eltern von Kindern mit Behinderung

2006 Beginn der Bädersanierung im März. Schaffung von Hortplätzen. Zunächst 4, später 9 und dann 8 Plätze.

2007 26. Januar - Benefizkonzert zu Gunsten unserer IKT Maintal für die Sanierungsarbeiten (Rückbau des Schwimmbades und Entstehung des Bewegungsraums). Veranstalter: Lions Club Gestaltung: Chöre aus Maintal. Abschluss der Bädersanierung im September.

2010 25. April - Akademische Feier zum 40-jährigen Bestehen des Vereins siehe Jubiläum

2011 Eröffnung einer U3 Gruppe in der IKT Maintal. Der Verein hilft finanziell bei der Innenausstattung (Experimentierplane, Swing-Ding-Schaukel, großer Spiegel mit Haltestange). Außerdem wird für die jüngsten ein "Turtle-Kinderbus" zum Transport für 6 Kinder angeschafft. Am 11. Januar feiert die Lebenshilfe Hanau ihr 50-jähriges Bestehen. Im großen Garten wird ein Trampolin einbetoniert, so dass dieses auch von Rollifahrern genutzt werden kann. Auch hier freut sich der Verein über einen Spender zur Mitfinanzierung des Projektes.

 

2013 Umstrukturierung in der IKT Maintal. Die ehemalige Leitung Frau Christine Fischer übernimmt die Betriebsleitung für den Bereich Kinder, Jugend und Familie. Frau Stange tritt am 01. August ihre Stelle als Teamleiterin in der IKT an. Am 16.08. wird die Sophie-Scholl-Schule in Hanau eingeweiht, eine ganztägige inklusive Grundschule in der Kinder mit und ohne Handicap gemeinsam lernen (siehe auch Linksammlung)

2014 Am 07. Mai feiert das Behinderte-Werk Main-Kinzig e.V. sein 40-jähriges Bestehen. Aus der IKT Maintal wird die KITA Zauberwald. Dies wird am 05. Juli im Rahmen des Sommerfestes groß gefeiert.

2015 Die Kita Zauberwald bekommt einen neuen Anstrich im Innenbereich. Die Zauberzwerge (U3 Gruppe) zieht in ihre neuen Räumlichkeiten. Im Außenbereich freuen sich die Kinder über ein neues Spielgerät zum Rutschen und Klettern "Westolino". Auch wird in diesem Zuge der Flurbelag erneuert. Im Sommer wird das neue Kletter- und Schaukelgerüst eingeweiht. Im September wird die Waldgruppe "Füchse" ins Leben gerufen. Der Verein und die Firma Globetrotter unterstützen bei der Erstausstattung.Von der Ikea Stiftung bekommen die Füchse einen Bollerwagen.

2016 Die "Moosmutzel" freuen sich über eine neue Kinderküche. Im Sommer wird der Fuhrpark um ein Bobby Car, Rädchen und Roller erweitert. Die Lebenshilfe Gelnhausen feiert am 15. November ihr 50-jähriges Bestehen.


Datenschutzerklärung
powered by Beepworld